Turm-Museum (Leitung)

Zusammen mit meinen Freunden Enno Henschen und Rolf Janssen sowie meinem Bruder Holger kam ich 1981 auf die Idee, im Kirchturm der St.-Magnus-Kirche in Esens, der größten in Ostfriesland, ein Museum einzurichten. Der Gedanke war zuvor bei mir gereift, da ich in den Jahren zuvor in Absprache mit dem stellvertretenden Geschäftsführer des Kurvereins Esens-Bensersiel, Bruno Harms, Führungen durch die St.-Magnus-Kirche und den Ahnensaal angeboten hatte.

Nach einjähriger Bauzeit des vierköpfigen Teams, mit finanzieller Unterstützung des Kurvereins und der Kirchengemeinde, konnte im Sommer 1982 das Turm-Museum St. Magnus eröffnet werden.

Über 113 Stufen gelangt der Besucher auf die in etwa 20 Meter Höhe liegenden Aussichtsebene und kann über die Dächer der Stadt bei guter Sicht bis zur Küste und nach Wilhelmshaven schauen.

Das Museum berichtet über die St. Magnus in Esens, Hauptkirche des Harlingerlandes und Standort einer sehr frühen christlichen Kirche im friesischen Küstenraum. Die ursprünglich katholische Kirche war dem Fahnenträger Karls des Großen geweiht, dessen Reliquien hier verehrt wurden.

Auf einem künstlichen Hügel (Kirchwarf), zentral in dem mittelalterlichen Geestrandort Esens, wurde zuerst eine Holzkirche errichtet, die im 12. Jahrhundert durch eine Kirche aus Tuffstein ersetzt wurde. Diese Kirche wurde mehrfach umgebaut und verändert. Sehr früh wurde der Kirchturm an der Westfront der Kirche durch einen freistehenden Glockenturm im Südosten der Kirche ersetzt.

Im späten Mittelalter wurde das Bauwerk durch einen gotischen Chor erweitert. Nachdem der Glockenturm zusammengebrochen war, wurde 1844 am Westende des Kirchenschiffes wieder ein Kirchturm im Stile der Zeit errichtet, kurz danach wurde die Kirche baufällig, so dass der Architekt Friedrich August Ludwig Hellner (Hannover) von 1848 bis 1854 an der gleichen Stelle das heutige Bauwerk mit Hilfe lokaler Handwerksunternehmen errichtete.

Das Erdgeschoss des Turm-Museums zeigt Elemente der Bestattungs- und Trauerrituale in Esens, der Leichenwagen aus dem 19. Jahrhunderts wurde noch bis in die 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts genutzt.

Im ersten Turmgeschoss wird die Baugeschichte des heutigen Bauwerkes erläutert und die Materialien des Kirchenbaus in Ostfriesland präsentiert. Das originale Uhrwerk aus dem Jahr 1873 ist noch funktionsfähig, aber treibt heute nicht mehr die Kirchturmuhren an.

Das zweite Turmgeschoss erklärt das Inventar der heutigen Kirche, das in weiten Teilen aus der Vorgängerkirche übernommen wurde. Die Rückseite der Orgel des Esenser Orgelbaumeister Rohlfs, die im Jahr 1860 fertiggestellt wurde, ist von hier aus sichtbar.

In Vitrinen werden wechselnde Sonderausstellungen des Turm-Museums gezeigt.

Schließlich gelangt man in das Glockengeschoss, in dem vier Glocken noch heute ihren Dienst versehen und tagsüber zu jeder vollen Stunde hören und erleben lassen, was die Stunde schlägt. Die große St. Magnus-Glocke stammt noch aus der Vorgängerkirche und wurde im Jahr 1728 gegossen.

Jährlich bietet das Turm-Museums Team eine interessante Sonderausstellung zu einem wechselnden kirchlichen Thema.

 

Anschrift:

Am Kirchplatz 5 - 7

26427 Esens

Telefon 04971/ 919712

Fax: 04971/ 919723

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Internet: www.turmmuseum-esens.de

www.kirche-esens.de (Rubrik: Turm-Museum)

Öffnungszeiten: April bis September

Di und Do 15 bis 17 Uhr, So 11 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung

Führungen: auf Anfrage

 

August-Gottschalk-Haus

Als Ende der 1980er Jahre das jüdische Gemeindehaus mit Wohnhaus des Schächters August Gottschalk an der Burgstraße abgebrochen werden sollte, um zentrale Parkplätze zu schaffen, bekam auch ich damals davon Wind. Ich arbeitete gerade für die Firma Söker-Druck in Esens und schrieb für die Publikation „Lüttje Blatt“. Hier platzierte ich einen Artikel, der die Bevölkerung über den geschichtlichen Hintergrund dieser Mauern aufklären sollte. Der Artikel löste eine Welle von Bemühungen einiger Esenser (Gerd Rokahr, Wolfgang Ritter) und Leserbriefe im „Anzeiger für Harlingerland“ aus. Schließlich wurde auf den Abriss verzichtet.

Mehr noch: Die Stadt Esens, in deren Eigentum die Immobilie stand und steht, ließ das Gottschalk-Haus sanieren. Es gründete sich 1988 zudem der Ökumenische Arbeitskreis Juden und Christen in Esens, der es sich zur Aufgabe machte, neben der Funktion als Veranstalter jüdisch-kultureller Angebote ein Museum zu unterhalten. In das Erdgeschoss, in dem auch die ursprüngliche Mikwe wieder freigelegt wurde, bauten die Vereinsmitglieder unter Vorsitz von Gerd Rokahr eine Dauerausstellung über die jüngere Geschichte der Juden in Ostfriesland (zuvor Wanderausstellung) ein und boten danach wechselnde Sonderausstellungen.

 

 

Internet: www.august-gottschalk-haus.de

 

Museum „Leben am Meer“

Auch der Fortbestand des früheren Heimatmuseums in der alten Schule (jetzt evangelisches Gemeindezentrum St. Magnus) und das Auferblühen des Heimatmuseums „Leben am Meer“ in der Peldemühle an der Bensersieler Straße lagen mir am Herzen. So trat ich Anfang der 1980er Jahre in den Heimatverein für Stadt und Amt Esens ein, ließ mich zum Beisitzer und damit zum erweiterten Vorstandsmitglied wählen.

Gezeigt werden die Siedlungsgeschichte des Harlingerlandes und die Geschichte der Stadt Esens. Angeschlossen ist eine alte Uhrmacherwerkstatt und ein Fliesenzimmer. Im Turmzimmer der Mühle wird eine wechselnde Sonderausstellung gezeigt. Räumlich verbunden ist das Museum „Leben am Meer“ mit der städtischen Galerie „Müllerhaus“, in dem wechselnde Kunstausstellungen zu sehen sind (Frühjahr bis Herbst).

Geschichte der Peldemühle

1701

erste nachweisbare Erlaubnis zum Bau einer Peldemühle durch Fürst Christian Eberhard an Müller Otto Otten.

1722

Erlaubnis eines Ersatzbaus für die abgebrannte Mühle an Ww. Magaretha Otten.

1794

geerbt von Neffen Rolf Reinders.

1850

Neubau der heutigen Mühle durch die Familie Reinders

1895 bis 1985

war die Familie Carl Bogena Besitzer und Betreiber der Peldemühle

Nach 1945 war die Mühle so marode, dass die Kappe mit den Flügeln abgenommen wurde, den Stumpf deckte ein Dach. Der Müllereibetrieb wurde bis Ende der 60er Jahre mit einem Dieselmotor weitergetrieben. Der Motor wurde anfangs auch zur Erzeugung von Strom (110V) genutzt.
1986 kaufte die Stadt Esens die Mühle und sanierte sie bis 1989 von Grund auf.
Eine neue Kappe und neue Flügel wurden installiert. Statt der urspünglichen Jalousie-Flügel entschied man sich aus Kostengründen für Gitterflügel. Diese können zur besseren Ausnutzung von schwachem Wind mit Segeln ausgestattett werden, die je nach Windstärke ein- oder ausgerollt werden. Anstelle des Steertes wurde eine Windrose installiert, die den Mühlenkopf automatisch in den Wind dreht.

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10 - 17 Uhr (in der Vor- und Nachsaison Mittagspause)


Mehr unter: www.leben-am-meer.de