Die Musik wurde mir – wie meinen Brüdern auch – in die Wiege gelegt. Mein Vater Dieter-Jochen Kiesé (1930 – 1990) sang seit seiner Jugend in Männerchören; sein Vater, Fred Kiesé, kannte sich auf der Geige aus und spielte in seiner schlesischen Heimat Schweidnitz in einem Jazz-Trio.

Meine Mutter Luise Kiesé (Jahrgang) kennt sich am Klavier sowie mit Violine und Blockflöte aus und singt seit Jahrzehnten im Esenser Frauenchor und in der Kantorei St. Magnus, Esens. Ihre Eltern, Elfriede (geborene Fesenfeld) und Fritz Sanders, spielten in ihren Mußestunden ebenfalls Geige.

Meine musikalischen Anfänge liegen im Jahr 1974, als mein Bruder Holger die HKE-Homemusic-Band, später kurz: HKE-Band, gründete. Hier spielten alle der fünf Kiesé-Brüder gemeinsam, nämlich an Klavier, Blockflöte, Mundharmonika und ich am selbst gezimmerten Schlagzeug. Bald schon gab es einen Wechsel und Thomas Biller kam hinzu.

Mitte der 1970er Jahre erhielt ich Akkordeon-Unterricht beim Esenser Kantoren und Musiklehrer Hermann Völkers. Das Instrument mit 96 Bässen erhielt ich aus der Familie. 1978 stieg ich in den Posaunenchor der evangelischen St.-Magnus-Gemeinde ein und lernte und spielte das Flügelhorn. Ich übernahm dann zumeist die zweite Stimme.

Als Nachfolge-Formation der HKE-Band bildete sich 1978 die shalom-Band – eine Popband, die Kirchenlieder zeitgemäß intonierte. Mit dabei waren in wechselden Zusammensetzungen neben Bruder Holger (Keyboard), Harm Tammen (Gitarre), Joachim Kefer (Bass), Johann Freese (Gitarre), Frank Dirks (Percussion) sowie Ilka Thomalsky, Juliane Geesen (geb. Ritter), Silke Janssen und Anke Gerdes, Kathrin Freese (geb. Gebhard) und Edith Pree (geb. Janssen) (alle Gesang). Techniker war Rolf Janssen. Wir spielten in Ostfriesland, aber auch in Bielefeld und auf dem evangelischen Kirchentag in Hannover. Als Autodidakt erhielt ich als Schlagzeuger immer mehr Fertigkeiten, war hier aber auch als Sänger, Percussionist und am Metallophon zu hören

Im Anschluss half ich bei der Band „Black Arrow“ aus, gab später sogar Schlagzeugunterricht. Für ein paar Jahre sang ich in der Kantorei St. Magnus unter Kantorin Inka Drengemann-Steudtner sowie im Männerchor des Männergesangvereins Esens von 1894 unter Ulrich Heimann und Olga Ils-Marakin (1. Bass) – im Jahr 2001 wurde ich hier Vereins-Schützenkönig.

Dann formierte sich eine neue Musikgruppe, die sich „Crème frech“ nannte und bei der ich ebenfalls als Drumer tätig wurde. Mit dabei waren Peter Gier (Gitarre), mein Bruder Oliver Kiesé (Keyboard), Wolfgang Pree (Gitarre), Joachim Kefer (Baß), Harm Tammen (Gitarre) und Techniker Rolf Janssen. Wir spielten Oldies und Hits nach, zum Beispiel von Marius Müller Westernhagen.

Irgendwann war „die Luft“ raus und ein Teil der Gruppe formierte sich zum A-cappella-Ensemble Crème frech, wobei die Instrumentalgruppe als „DieLämmer“ verblieb.
Diese Gesangsgruppe existiert bis heute, hatte Auftritte über Ostfriesland hinaus bis nach Bremen, im Radio und im Fernsehen (Sendung „Zuhause im Glück“, RTL 2). Mitwirkende waren in dieser Zeit Oliver Kiesé, Peter Gier, Michael Schneider, Georg Wagner, Arno Nerschbach, mein Bruder Kersten Kiesé, Wolfram Nagel, Thomas Braje, Holger Adams und Joachim Gronewold.

Im März 2015 beendeten wir unsere musikalische Tätigkeit mit dem letzten Programm „Das ist ja wohl das Letzte…“, das in der Theodor-Thomas-Halle in Esens 1000 Besucher in drei ausverkauften Vorstellungen sahen. Den Erlös, auch von Restbeständen an CDs, Plakaten, Autogrammkarten und Aufklebern, überreichten wir später an den Elternverein krebskranker Kinder im Harlingerland/Ostfriesland.

Im Jahr 1989 gehörte ich zu den Mitbegründern der Musikinitiative Esens, in der sich die Mehrzahl der im Raum Esens wirkenden, jüngeren Musikgruppen, zumeist mit modernerem Liedgut, als Interessensgemeinschaft zusammen fanden.

www.Musines.de

Übrigens: Auch meine Brüder haben sich musikalisch entwickelt:
Holger (Jahrgang 1959) ist in Hannover-Langenhagen (Ortschaft Engelbostel) Diakon, Musiker und Musiklehrer.
Torsten (1962) singt in Hamburg im Bergedorfer Kammerchor, zuvor auch schon im Background-Chor des Orchesters James Last
Kersten (1964) erlernte einst Geige und Gitarre, sang in der Kantorei St. Magnus und wirkte für ein paar Jahre bei „Crème frech“ mit.

Oliver (1965) spielte lange Keyboard und Gitarre in verschiedenen Bands, sang im Gemischten Chor Middels und vor allem seit Gründung im A-cappella-Ensemble „Crème frech“